Diabetes Typ 1 & 2

Spezialprogramm : Diabetes mellitus

Beim Diabetes mellitus – der Zuckerkrankheit – handelt es sich um verschiedenartige Störungen des Kohlenhydratstoff­wechsels, deren Leitbefund die anhaltende (chronische) Überzuckerung des Blutes (Hyperglykämie) ist.
Ursache ist entweder eine gestörte Insulinsekretion der Bauchspeicheldrüse oder eine gestörte Insulinwirkung in den Zellen oder auch Beides.

Am häufigsten ist der Diabetes mellitus Typ 2, der bereits bei mehr als 6 Mio. Mitbürgern diagnostiziert wurde, und auf dem Boden von Überernährung und Bewegungsmangel eine gestörte Insulinwirkung verursacht.

Neben den Stoffwechselschwankungen mit Über- und Unterzuckerungen, sind es vor allem die diabetischen Folgeerkrankungen, insbesondere an den Augen, Nieren und Füßen, die zu erheblichen Teilhabeeinschränkungen mit Pflegebedürftigkeit und frühem Versterben führen.

Diagnostik: „Diabetes mellitus“


Klassifikation des Diabetes:

  • Antikörpertest (ICA, IAA, GAD)
  • Sonographie Abdomen

Erfassung der endokrinen Pankreasfunktion:
  • C-Peptid nüchtern und postprandial
  • Oraler Glucose-Toleranz-Test

Erfassung der Stoffwechseleinstellungsqualität in den letzten Monaten:
  • HbA1c
  • Fructosamin

Erfassung von Folgekrankheiten des Diabetes:
  • Doppler- und Duplexsonographie der peripheren Gefäße
  • Dynamische Fußdruckmessung (Pedographie in Kooperation)
  • Röntgen
  • Urin-Status
  • Albumin im Urin (Mikral-Test)
  • Orthostase-Test
  • Abklärung einer erektilen Dysfunktion (konsiliarisch)
  • Ophtalmologische Untersuchung (konsiliarisch)
  • Erfassung zusätzlicher Risikofaktoren
  • 24-Stunden-Blutdruckmessung
  • Farbdoppler-Echokardiographie

Erfassung der exokrinen Pankreasfunktion (pankreopriver Diabetes)
  • Stuhlgewicht
  • Stuhlfettmenge
  • Elastase-Bestimmung im Stuhl

Therapie: „Diabetes mellitus“


  • Optimierung der diabetischen Stoffwechsellage: Durchführung regelmäßiger Blutzuckertages­profile einschließlich Nachtmessungen und Blutzuckervergleichsmessungen
  • Information über die Grunderkrankung einschließlich einer strukturierten Diabetikerschulung, gemäß den Richtlinien der DDG; ggf. auch Einzelschulung
  • Erlernen von Blutzuckerselbstkontrollen und individueller Blutzuckeranpassung durch Insulindosierung und Regulation der Nahrungsmittelzufuhr; insbesondere Anpassung an die tatsächlichen Gegebenheiten des Alltags
  • Intensive Sekundärprävention durch Behandlung bzw. Prophylaxe von Spät- und Folge­erkrankungen
  • Konditionierung durch Sport- und Bewegungstherapie zur Verbesserung der Stoffwechsel­ausnutzung im Gewebe
  • Ernährungsberatung einzeln und in Gruppen zur Ernährungsumstellung und Gewichtsreduktion
  • Motivierung des Patienten, die optimale individuelle Stoffwechselsituation zu erreichen und diese auf Dauer zu halten.
  • Behandlung von Depressivität, Erlernen von Entspannungstechniken und seelische Stabilisierung, Bewältigung psychosozialer Probleme
  • Schulung des Patienten zur Vermeidung eines diabetischen Fußsyndroms
  • Kontrolle oder Verordnung von geeignetem Schuhwerk bzw. Weichbettungen (Einlagen)
  • Verbesserung der Wundsituation und Förderung der Heilung bei diabetischem Fußsyndrom